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Hütes, Töpfe und (zu)viel Sonne
Kranichfelds Rosenkönigin und ihre Blumenmädchen zu Gast beim Hütesfest 2002 in Meiningen
(2002-07-29 | br)
Meiningen/Kranichfeld (itn) - Nicht ein Wölkchen trübte den Himmel, als sich der imposante Festumzug am gestrigen Sonntag ab 11 Uhr den Weg durch Meiningens Straßen bahnte. Hunderte Besucher säumten die Fußgängerzone, als Bürgermeister Reinhard Kupietz und Hütesholle Burga Körner an der Spitze des Umzuges den Marktplatz erreichten. Direkt hinter der Kutsche folgten bekannte Gesichter aus Kranichfeld: Rosenkönigin Daniela Scheuringer und ihre Blumenmädchen Lisa Sichert und Anne Donkow hatten sich ebenfalls in aller Frühe auf den Weg gemacht, um in der südthüringischen Theaterstadt das berühmte Hütes-Ritual zu erleben.
Der Majestät aus der Zwei-Burgen-Stadt folgten auf dem Fuße: die Glasprinzessin Susann aus Lauscha, Quellprinzessin Jana aus Bad Tennstedt, Kirmeskönigin Cornelia aus Rositz, Weinprinzessin Yvonne II. aus Bad Sulza, Lavendelkönigin Doreen aus Bad Blankenburg und Hopfenkönigin Michaela Lesser aus Eisenach.
Was für die die zahlreichen Journalisten ein Segen war, da sie unablässig Fotos und bewegte Bilder einfangen konnten, gestaltete sich für die gekrönten Häupter mehr und mehr zur Qual: Mehr als eine Stunde standen sie gemeinsam mit den Ehrengästen vor der Bühne in der prallen Sonne - und das bei Temperaturen von mehr 35 Grad im Schatten. Und nicht wenige der repräsentativen Schönheiten haben dunkle, die Sonne regelrecht anziehende Haare und sehnten sich nach einem schattigeren Plätzchen...
Das anschließende Essen mit Bürgermeister und Stadträten im berühmten "Schlundhaus" brachte dann zwar temperierte Linderung, aber für einige kam das etwas spät. So erlitt beispielsweise die Kranichfelder Königin gar einen leichten Hitzschlag, lies sich aber - ganz professionell und ladylike - nichts anmerken und stärkte sich trotzdem gemeinsam mit allen anderen an den berühmten Hütes - Klöße aus Meiningen - mit Rotkraut.
Am Nachmittag war es endlich soweit: Das berühmte Hütes-Ritual wurde in diesem Jahr erstmals auf dem Markt vollzogen. Die Stadt Meiningen an der Werra wird wegen ihrer besonderen Bedeutung in Bezug auf die Klöße auch "Kloßheim an der Soße" genannt. Hier sollen die Thüringer Klöße - zumindest jene, die man "Hütes" nennt- der Sage nach zum ersten Mal hergestellt worden sein. Und wie genau es dazu kam, dass man die Veredelung der Kartoffel in Hütes entdeckte, das spielten Meininger Bürger in historischen Gewändern auf der Bühne nach.
Jetzt stand der Auftritt der Majestäten als Überraschungsgäste auf der großen Marktplatz-Bühne auf dem Programm, bei dem sie sich und ihre Heimatregionen vorstellten und die Kranichfelder Gäste der Hütesholle als Gastgeschenk eine Goethe-Tasse aus feinem Weimar-Porzellan überreichten. Nach der anschließenden Autogrammstunde nahm Burga Köhler, deren Titel möglicherweise wieder in "Kloßfrau" umbenannt werden soll, einige der blaublütigen Damen noch bei einem Rundgang durch Meiningen unter ihre Fittiche und zeigte ihnen die Altstadt und den Töpfemarkt.
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