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Sind die Thüringer noch zu retten?
12. Baumbachfest in Kranichfeld mit Themenschwerpunkt "Bedrohte Thüringer Haustiere"
(2002-09-22 | br)
Kranichfeld (itn) - Ob sie nun vom Duft der frisch geräucherten Forellen, dem Auftritt der musikalischen Gäste oder dem Interesse an Thüringer Haustieren angelockt wurden, vermochte auch Vorsitzende Helke Henkel nicht zuzuordnen. Auf jeden Fall freute sie sich ganz besonders, dass der Förderverein Rudolf Baumbach mehr Gäste als jemals zuvor zum traditionellen Baumbachfest in Kranichfeld begrüßen konnte.
Das bunte und wahrhaft tierische Programm begann mit dem Auftritt von zwei echten Majestäten. Kranichfelds Rosenkönigin Daniela Scheuringer, begleitet von Blumenmädchen Lisa Sichert, eröffnete das traditionelle Baumbachfest und begrüßte die zahlreichen Besucher aus nah und fern in der Zwei-Burgen-Stadt. Besonders freute sie sich über den Besucher von „Kollegin“ Yvonne Krauße. Die 24-Jährige gelernte Bürokauffrau repräsentierte als Lavendelkönigin die Stadt Blankenburg und zeigte an ihrem Stand mit Lavendel-Plätzchen, -öl, -kissen und -tee die Vielfältigkeit des Lippenblütlers.
Das nunmehr schon 12. Fest zu Ehren des Thüringer Heimatdichters stand in diesem Jahr erstmals unter einem besonderen Thema. „Sind die Thüringer noch zu retten“ fragte Prof. Dr. Dietrich Altmann und hatte eine Ausstellung über vom Aussterben bedrohte Thüringer Haustierrassen vorbereitet. Der Fachtierarzt hatte es in seiner Amtszeit als Erfurter Zoodirektor zwischen 1962 und 1989 geschafft, die weltgrößte Sammlung heimischer Haustierrassen in einem Tierpark zusammen zu stellen. Heute ist er Gastprofessor an der veterinärmedizinischen Universität Wien und betreut noch immer Reste dieser Sammlung - jetzt allerdings ganz privat in Kranichfeld.
Um die Ausstellung im Baumbachhaus interessant und vor allem auch lebendig zu gestalten, hatte er natürlich auch einige Haustiere mitgebracht. Das freute besonders die Kinder, die auf Pferden reiten, Kaninchen streicheln oder Esel und Ziegen mit Mais füttern konnten. „Mir liegt es sehr am Herzen“, so Altmann, „für die Thüringer Haustiere einen festen Ort zu finden, wo sie in ihrer natürlichen Umgebung leben können und der Bevölkerung zugänglich sind.“ Großzügige Tiergehege und eine ständige Ausstellung mit Gemälden der Rassen schweben ihm ebenso vor wie die Integration des Themas in den Unterricht an Schulen.
Musikalisch umrahmt wurde das diesjährige Baumbachfest durch Auftritte der Kranichfelder Jagdhornbläser, Neumarker Blasmusikanten, Singekreis Rundadinella und Peter Lang mit seiner Zither. Begeistert zeigten sich die Gäste aber auch durch die Auftritte von sechs Kranichfelder Mädchen, die von der Tanzschule Dontschew aus Weimar trainiert werden und die Darbietung des Kindergarten Rabatz in der Mohrentaler Straße. Die Steppkes ernteten für ihre liebenswürdig witzige Vorführung von Liedern und Gedichten einen ganz besonderen Applaus.
Kaum von der Bühne gekommen, eilten sie auch schon davon - einen märchenhaften Termin vor Augen. Beate Becker, die Märchentante des Baumbachhauses, hatte aus dem großen Andranges der vergangenen Jahre gelernt und trat heuer gleich zweimal auf. Unterstützt von einigen Kindern gab sie im rustikalen Ambiente des Dachbodens die Handpuppen-Märchen „Margarete und das Erdkühlein“ und „Der Fiedelbogen des Neck“ zum Besten.
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