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Trotz widrigem Wetter ein Erfolg
10. Tiefengrubener Obstmarkt wieder ein Besuchermagnet
(2002-10-20 | br)
Tiefengruben (itn) - Wenn sich in Tiefengruben die Düfte von frischem Obstkuchen, Wein, Schweinebraten, Kräutern und Weiden um die Gunst der Nasen streiten und Hunderte von Autos die Zufahrt verstopfen, dann ist wieder Obstmarkt-Zeit im Rundlingsdorf. Trotz widrigem Wetter reisten die Gäste aus nah und fern am Samstag wieder in Scharen an, um über den von Ortsbürgermeister Udo Pfotenhauer, "seinem" Obstbauverein und der Feuerwehr organisierten Markt zu schlendern. „Wir haben viele Stammbesucher, die kommen immer - egal ob es regnet oder schneit“, erklärt er den überregionalen Erfolg der mittlerweile 10. Auflage des Marktes.
Und obwohl er mit seinen Mannen - ausgerüstet mit amtlichem Schreiben des Landratsamtes - insgesamt 40 Verkehrsschilder stellte, „den Markt hermetisch abgeriegelt“ und die Parkflächen ausgeschildert hat, gab es schon am Mittag kein Durchkommen mehr. Durch den Regen der vergangenen Tage konnten die vorbereiteten Felder am Ortseingang nicht als Parkplätze genutzt werden und die Autos stauten sich aus Bad Berka kommend auf gut einem Kilometer Länge. „Ich bin sehr froh, dass die Agrargenossenschaft uns ausgeholfen und ihren Hof zum Parken zur Verfügung gestellt hat“, adressierte er einen ausdrücklichen Dank an die Landwirte.
An insgesamt 56 Ständen präsentierten sich neben Firmen und Vereinen der Region auch Handwerksbetriebe mit ihren Produkten. In diesem Jahr war das Obstangebot wegen der spärlichen Ernte allerdings eher dünn gesät. Außerdem waren veredelte Produkte, wie Wein und Honig, Tee, Öl, Kräuter, Gemüse, Käse sowie handgearbeitete Korb-, Holz - und Töpferwaren im Angebot.
Das ganze Dorf war am Samstag auf den Beinen: Da wurden Bleche so groß wie Wagenräder mit heißen, duftendem Kuchen frisch aus dem Steinofen gezogen und hatten gar keine Zeit, abzukühlen, so schnell sind sie verkauft.
Auch Hans-Helmut Münchberg fand man im Markttrubel. Der Landrat hatte - getreu dem Motto: „Hier bin ich Bürger, hier darf ich’s sein “ - Anzug gegen Schürze getauscht und verkaufte Rostbratwürste aus Nohra. Einige Meter weiter dampften Gulaschkanone und im Hof 57 ein 88 Jahre alter Räucherofen um die Wette. Hier brachte Kai Pfaffendorf 300 Forellen aus der Mellinger Fischzucht unter die Leute.
Bei so vielen kulinarischen Genüssen durfte natürlich auch die Kultur nicht zu kurz kommen. Während das Duo Liedfass und die Musiker von „Fork and Fiddle“ durch die Massen zogen, und auch die Kindertanzgruppe der Bad Berkaer Grundschule tapfer im Freien auftrat, verlegten der Tiefengrubener Chor "A tempo" und der Kinderchor ihre Auftritte wegen des unbeständigen Wetters in die Kirche. Dieser wurde von Frau Reisinger, der Leiterin des "A tempo" ins Leben gerufen und betreut. Nach ihrem Auftritt strömten viele der kleinen Sänger wieder auf den Markt, denn auch für sie gab es jede Menge Angebote: Malen, Basteln, Färben, Pferdereiten und Bogenschießen.
Um diese für die Besucher kostenlosen Angebote trotz gestrichener Zuschüsse weiterhin finanzieren zu können, wurde in diesem Jahr erstmals ein Obolus für den Besuch des Marktes erhoben. Beschwert hätten sich darüber nur sehr wenige und ein Euro sei auch eine vertretbare Größe, so Pfotenhauer.
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