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Sind Vorhersage, Reduzierung und Abwehr von Hochwassergefahren möglich? Musikalisch-wissenschaftliche Soiree der TU Ilmenau
Zum Vortrag: Extreme Naturereignisse und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Ökosysteme stehen insbesondere während und einen sehr begrenzten Zeitraum nach den Ereignissen in den Medien und in der Politik zur Diskussion. Dabei werden in den Darstellungen in der Regel nur einzelne Ursachen und Schicksale dargestellt.
Die Notwendigkeit der ganzheitlichen Darlegung der Ursachen extremer Naturereignisse und die notwendigen Maßnahmen zur Vorhersage für die Bevölkerung, die Wirtschaft und das Ökosystem werden deshalb am Beispiel von Hochwasserereignissen in Thüringen, in Sachsen und in Österreich aufgezeigt. Ausgehend von den wesentlichen hydrodynamischen Zusammenhängen zwischen den Niederschlägen, Abflüssen aus Einzugsgebieten, dem Fließverhalten in Flüssen, dem Speicherverhalten in Poldern, Talsperren und Staustufen werden die Möglichkeiten des vorsorgenden strategischen und des operativen Hochwasserschutzes erläutert. Es wird gezeigt, dass beide Aspekte der Vorsorge eine Einheit bilden müssen, wobei der strategische Hochwasserschutz wesentlich längere Zeiträume beachten muss. Der operative Hochwasserschutz dient dem relativ kurzfristigen Schutz von Menschen und Schutzgütern bei extremen Naturereignissen. Die kybernetischen Methoden zur Vorhersage, Reduzierung und Abwehr von Hochwassergefahren basieren auf einem gesamtheitlichen Flussgebiets- und Hochwassermanagementsystem. Grundlage sind Modelle der wesentlichen hydrologischen Prozesse in Flussgebieten, raum- und zeitbezogene Informationssysteme und hierarchisch strukturierte überregionale Entscheidungsstrukturen. An Beispielen abgelaufener Hochwasserereignisse in Thüringen, Sachsen und in Österreich wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten und Grenzen die Anwendung kybernetischer Methoden gegenwärtig besitzen. Gleichzeitig wird gezeigt, dass extreme Ereignisse wie die Hoch- oder Niedrigwasser für die Entwicklung der Natur notwendig sind, sich für uns Menschen ohne eine nachhaltige Vorsorge und einen operativen Schutz aber zur Katastrophe entwickeln können. Erneut werden vom Vortragenden Vorschläge für effiziente Vorsorge- und Schutzstrategien zur Hochwasserabwehr unterbreitet, die die weit verbreitete Rat- und Hilflosigkeit der betroffenen Katastrophenstäbe, Kommunen und Bevölkerung bei in der Zukunft mit Sicherheit wieder auftretenden extremen Hochwässern als Naturereignis wesentlich reduzieren können. |
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