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Ilmtreff Bad Berka droht das Aus Fehlender Kreiszuschuss treibt die Jugendbegegnungsstätte in die Insolvenz
Hatte sich Leiter Volker Koch noch am 13. Januar im Jugendhilfeausschuss mit den Worten „Uns steht das Wasser bis zum Hals“ gegen weitere Kürzungen gewehrt, sieht er nun buchstäblich die Wogen nun über seinem Kopf zusammenschlagen. Bisher hat der Kreis die Einrichtung mit 8200 Euro monatlich unterstützt - jetzt bleiben die Zahlungen aus. Am 17. Dezember 2002 setzte der Kreisbeigeordneter Klaus Eidam (SPD) den Ilmtreff unter Verweis auf den noch unbestätigten Doppelhaushalt 2003/2004 von der vorläufigen Einstellung der Zahlung in Kenntnis. „Unsere Betriebsausgaben laufen aber natürlich in vollem Umfang weiter und gerade jetzt bündeln sich unsere Ausgaben durch die Jahresrechnungen der Versicherungen. Dem stehen im Januar natürlich kaum Einnahmen gegenüber; unsere ersten Gäste kommen zur Winterferienfreizeit“, schildert Koch die ernste Situation. Unumgängliche Konsequenz der drohenden Zahlungsunfähigkeit: Nicht nur Koch selbst, auch die beiden anderen fest angestellten Mitarbeiter bringen im Januar keinen Lohn nach Hause. Sowohl der Zivi, als auch ABM- und SAM-Kraft wurden zwar bezahlt, aber auch ihre Zukunft hängt am seidenen Faden, denn im Fall einer Insolvenz sollen alle Arbeitsverträge gekündigt werden.
Volker Koch mahnte gestern die weitreichenden Konsequenzen einer Schließung an. Der Ilmtreff hat sich in den letzten Jahren mit viel persönlichen Einsatz der Mitarbeiter und auch großem ehrenamtlichen Engagement zu einer festen Größe in der Kinder- und Jugendarbeit entwickelt. Neben Übernachtungsgästen aus ganz Deutschland statten auch immer mehr Tagesgäste der Einrichtung einen Besuch ab. Viele Kindergärten des Kreises feiern hier traditionell ihre Zuckertütenfeste und gehen mit den Kleinen auf eine erste Nachtwanderung.
Und das, obwohl der Ilmtreff für das laufenden Jahr schon für mehr als 2600 Übernachtungen mit über 1000 Teilnehmern vertraglich gebunden ist, wie Wolfgang Gerst, der mit 20 Dienstjahren längstgediente Mitarbeiter, erklärte. Kollege Ingolf Schiller ist seit 10 Jahren im Team und ist neben der Betreuung der Schulklassen auch für die Durchführung von Arbeitsgemeinschaften verantwortlich. Dem Pädagogen liegt auch das Wohl der Tiere besonders am Herzen. Kommt das Aus, dann stehen vier Ponys, vier Ziegen und viele Kaninchen und Meerschweinchen vor leeren Futternäpfen. Und gerade der Streichelzoo hat sich vor allem an den Wochenenden zu einem echten Besuchermagneten für den Familienspaziergang gemausert. 1953 begann dort am Ufer der Ilm eine neue Ära der pädagogischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen - damals noch mit Zelten und Kanufahrten. In den vergangenen 10 Jahren wurden auf dem Gelände durch den Bau von mehreren Bungalows, Sanierung und Modernisierung von Küche, Heizung, Duschen und Toiletten sowie dem Bau eines Stallgebäudes Werte von insgesamt 318.000 Euro geschaffen. Ob der Ilmtreff im Sommer dieses Jahres nun noch auf sein dann 50-jähriges Bestehen zurückblicken kann, liegt jetzt in den Händen von Stadt, Kreis und dem Trägerwerk Soziale Dienste. Trotz der äußerst angespannten Situation haben die Mitarbeiter den Mut noch nicht verloren. In den kommenden Tagen sollen noch Eltern und Stadträte für die Thematik sensibilisiert werden und auch ein gestern versandtes Schreiben an Sozialminister Pietsch schildert die prekäre Situation. „Obwohl die Lage sehr ernst ist, geben wir nicht auf“, zeigt sich Koch auch angesichts der drohenden Kündigungen kämpferisch. Fotos: Ilmtreff Bad Berka |
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