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Das Mittlere Ilmtal Ausflugsziele
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Schwarzer Peter trifft die Mitarbeiter Sanierungskonzept mit 50% Lohnverzicht für die Ilmtreff-Angestellten vorgestellt
"Sittenwidrig." Ilmtreff-GeschäftsführerVolker Koch ist sehr vorsichtig mit der Verwendung des Adjektivs. Er findet, dass es ein wenig obszön klingt. Gleichwohl sei eben genau dieses Angebot, das ihm und seinen beiden Mitarbeitern durch den Trägerverein unterbeitet worden war, eben genau das. "50 Prozent Gehalt für hundert Prozent Arbeit - wir haben einen Arbeitsrechtler konsultiert". Der habe die Sittenwidrigkeit des Angebots bestätigt. Die drei Kollegen wollen sich daher nicht auf das Sanierungskonzept des Trägervereins einlassen, mit dem sie zunächst auf die Hälfte ihrer Gehälter verzichtet hätten - so lange, bis der Kreis Weimarer Land seine Haushalts-Hausaufgaben gemacht hat, und natürlich nur, wenn dann der Ilmtreff noch immer zu den Projekten gehört, die vom Kreis gefördert werden.
Bislang flossen 93 000 Euro pro Jahr aus der Kreiskasse. Zur Zeit fließt - abgesehen von dem Flüsschen, nach dem die Freizeiteinrichtung benannt ist - nichts. Das Dilemma betrifft nicht nur Volker Koch und seine Kollegen, sondern auch Kunigunde, eine mittlelgroße Riesenschlange, und ihre kleineren Artgenossen, die inzwischen etwas kühler gehalten werden, damit sie weniger Hunger haben. Denn auch die Vorräte für die Tiere im Ilmtreff gehen zur Neige und können wohl vorerst nicht aufgefüllt werden. Je vier Ziegen und Ponys, 120 Mäuse, 40 Meerschweine und Kaninchen sind derzeit Mitbewohner der Ilmtreff-WG. Die Querelen um die bevorstehende Insolvenz des Ilmtreffs habe inzwischen schon erste Folgeschäden verursacht: Von den 18 Kindern, die sich für die Ferienspiele im Ilmtreff angemeldet hatten, waren schließlich nur elf gekommen. "Das Image der Einrichtung leidet", glaubt Koch. Wie es jetzt weiter geht? Als erstes wird der bereits bestellte Insolvenzverwalter seines Amtes walten. "Alles ist eine Zeitfrage", sagt Michael Schulz, Vorsitzender des Trägervereins. Je früher der Kreishaushalt genehmigungsfähig ist, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass es den Ilmtreff auch in Zukunft geben werde. Vorausgesetzt freilich, der Kreis berücksichtigt den Verein in seiner Finanzplanung. Er sei "ein bisschen enttäuscht", dass der vorgeschlagene Lohnverzicht mit der Option auf Nachzahlung der auf Eis gelegten Summen auf so wenig Gegenliebe gestoßen ist, sagt Michael Schulz. "In einem kleinen Verein, der so am Tropf hängt, hätte ich mir ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl vorgestellt." Fehlender Enthusiasmus kann den Ilmtrefflern aber nicht vorgeworfen werden: "Hier wird nicht auf die Uhr geguckt", sagt Koch. Wenn es Not tut, sind die Kollegen an sieben Tagen der Woche für den Ilmtreff auf den Beinen, mitunter bis halb elf in der Nacht." Neue Arbeitsverträge aber seien für sie inakzeptabel. Die Mitarbeiter füchten, sich damit dauerhaft auf einen niedrigeren Lohn festzuschreiben. "Uns wird der schwarze Peter zugeschoben. Wir sind mit unserem Latein am Ende", bekannte Ilmtreff-Geschäftsführer Volker Koch entmutigt, nachdem er gestern gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die letzten Ferienkinder verabschiedet hatte. |
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