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Natur mit allen Sinnen erleben

Waldschule am Stausee Hohenfelden gegründet

(2003-02-18 | br)
Hohenfelden (itn) - Am Stausee Hohenfelden, mit dem allseits bekannten Tiergehege, gründete sich zunächst in aller Stille, der Förderverein Waldschule. Seit Beginn des Jahres 2003 kümmern sich seine Mitglieder zunächst um die weitere Existenz des in die Jahre gekommenen Tiergeheges.

Es ist beabsichtigt, unter Einbeziehung des Tiergeheges einen Tier- und Pflanzenpark zu errichten, der als Ganzes in ein Naturpädagogisches- und Umweltschutz-Zentrum am Stausee Hohenfelden münden soll. Das in der Nähe stehende Blockhaus der Jägergemeinschaft Kranichfeld wird dabei ein Kernstück des gesamten Projektes bilden und sozusagen die „Waldschule“ werden.

Hirsch im Tiergehege am Stausee Hohenfelden
Hirsch im Tiergehege am Stausee Hohenfelden

Spricht man mit den Initiatoren des Fördervereins über dessen Ziele, so spürt man, wie sie an eine große Idee mit Begeisterung herangehen. Vorstandsmitglied ist, Harald Prokopp, (Kreisjagdverband Weimar), Peter Pellegrini (Jägergemeinschaft Kranichfeld), Thomas Schneider (Geschäftsführer der Freizeitpark Stausee Hohenfelden GmbH), Walter Schlöffel, (Stiftung Lebensraum Thüringen) und Walter G. Hofmann (Stadtrat in Kranichfeld).

Links zum Thema:
» Stausee Hohenfelden
» Kranichfeld

Mit der intensiven Landnutzung, zunehmender Beeinträchtigung und Zerstörung unserer Natur und Umwelt geht gleichzeitig und sich gegenseitig bedingend eine fortschreitende Entfremdung des Menschen von der Natur einher. Hiervon betroffen sind insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen. Sie erhalten immer weniger die Möglichkeit eigenen, praktischen Erlebens ihrer natürlichen Umwelt, so dass sie kaum noch Gelegenheit haben, praktische Erfahrungen zu sammeln, sich aus eigenem Erleben Wissen über die natürlichen Wechselwirkungen und ökologischen Zusammenhänge in Natur und Umwelt anzueignen und eine positive Wertehaltung gegenüber der Natur herauszubilden. Vielmehr werden unsere Kinder und Jugendlichen dazu animiert, sich ihre Erfahrungen und Wertevorstellungen nicht in der Realität, sondern in den Scheinwelten unserer modernen Mediengesellschaft zu holen.

Wildschwein am Stausee HohenfeldenDie Entfremdung von der Natur führt zunehmend zu einem Realitätsverlust. Besonders bei Kindern und Jugendlichen finden wir einen weiteren Verlust von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die unsoziale bis aggressive Verhaltensweisen zur Folge haben können. Um diesen Tatsachen unserer modernen Mediengesellschaft entgegenzuwirken, müssen neue natur- und realitätsbezogene, umweltpädagogische Konzepte verwirklicht werden.

Eine Aufgabe in diesem Zusammenhang ist es, die jungen Menschen für die Natur zu begeistern und für deren Schutz zu motivieren. Nur das eigene Erleben und reales Wahrnehmen der Natur mit allen Sinnen können ihnen die Vielfalt und Schönheit der sie umgeben-den Landschaft erschließen. Mit realen Naturerlebnissen können die Kinder und Jugendlichen Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge und Abläufe in der Natur entwi-ckeln, deren Schutzwürdigkeit und den Wert für die gesamte Gesellschaft erkennen.

Umweltbildung ist ein ganzheitlicher Prozess, der die Menschen einerseits für den Schutz und die Erhaltung der Natur sensibilisiert und andererseits natürlich auch Verhaltensände-rungen im Umgang mit der uns umgebenden Kulturlandschaft im Sinne einer nachhaltigen Nutzung motiviert. Dabei muss der Faktor der Wissensvermittlung über das Naturerlebnis genauso einbezogen werden, wie das Ansprechen von Gefühlen und Emotionen in diesem Zusammenhang, denn eine positive Einstellung gegenüber der Natur weckt das Bedürfnis Kenntnisse zu erwerben und die Aufmerksamkeit dafür zu erhöhen.

Jeder Mensch nimmt seine Umwelt durch sehen, fühlen, hören und riechen unterschiedlich wahr und bewertet die einzelnen Sinneseindrücke auch unterschiedlich. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, beim Naturerlebnis möglichst viele Sinne anzusprechen, um einen möglichst großen Lern- und Erfahrungseffekt zu erzielen.

Umweltbildung ist auch ein sehr komplexer Prozess, da die Betrachtung der ökologischen Zusammenhänge sehr vielschichtig ist. Außerdem müssen in die Umweltbildung im Sinne der Nachhaltigkeit auch die Nutzer, die vorhandenen Nutzungsansprüche und Nutzungsmöglichkeiten mit einbezogen werden.

Ziege am Stausee HohenfeldenAn der Waldschule mit dem Tier- und Pflanzenpark, soll eine effektive, naturnahe und auf die Praxis bezogene Umweltbildung durch die Nutzung der naturräumlichen Gegebenheiten der Region um Kranichfeld und Hohenfelden stattfinden. Insgesamt entsteht so ein naturpäda-gogisches und Umweltschutz-Zentrum, ein außerschulischer Lernort, mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Zielgruppen sind Kinder und Jugendliche, Schulklassen, Erzieher und Lehrer, Vereine und Verbände zur Ausgestaltung von Wanderfahrten, Familien zur Durchführung von geführ-ten Wanderungen und Exkursionen als Freizeitgestaltung in der Natur, aber auch Studenten mit naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern.

In der Waldschule sollen Themen zum Ökosystem Wald und Wasser sowie über die Feldflur, Wildbiologie, Biotopgestaltung als auch u.a. über die ökologische Schulhofgestaltung bzw. über die Tierbiologie an ausgewählten alten Haustierrassen der Region von und mit Päda-gogen den interessierten Besuchern und Seminarteilnehmern vermittelt werden.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen nicht nur ganz „normale“ naturverbundene Menschen, sondern auch Vereine aus der Region sowie die Gemeinde Hohenfelden und die Stadt Kranichfeld, als auch die Freizeitpark Stausee Hohenfelden GmbH. Weitere Mitglieder, die sich für die Ziele des Fördervereins einsetzen wollen, werden gerne aufgenommen. Genauso gerne gesehen sind natürlich auch Sponsoren. Der Förderverein wurde bereits vom Finanz-amt als gemeinnützig anerkannt, so dass auch Spenden vom Spender als solche steuerlich abgesetzt werden können.

Wir möchten mit der Idee eines Tier- und Pflanzenparks und unseren Naturschutzprojekten, in der Region um Kranichfeld und Hohenfelden, an dem gleichnamigen See gelegen, mit einer gleichzeitigen Verbesserung der bestehenden Infrastruktur, neben der Avenida Ther-me, einen weiteren touristischen Magneten schaffen, um die Menschen, insbesondere die, die mit der Natur in besonderer Weise verbunden sind, anzuziehen, so Walter G. Hofmann.


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