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Am Schottenrock der Kuckuck klebt
Karneval erlebte große Wiedergeburt in Kranichfeld
(2003-03-03 | br) Kranichfeld (itn) - „Der Wolf ist tot, der Ludger lebt am Schottenrock der Kuckuck klebt!“ Mit solch satirischen Sprüchen meldete sich am Freitag nach knapp 20 Jahren Abstinenz der Kranichfelder Karneval wieder zurück. Mit 300 Narren erlebte die fünfte Jahreszeit in der Zwei-Burgen-Stadt bei Büttenreden, Musik, Tanz und jeder Menge Klamauk im Bistro Butzert eine würdige Renaissance.
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Doktor Wald (Wolfram Nauber, links) und Doping-Schwester Else (Enno Dörnfeld) zeigten Mitleid mit den finanziell gebeutelten deutschen Krankenkassen und rieten den Patienten statt zu teuren Antibiotika lieber zu günstigen Wadenwickeln.
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Das von alten Kranichfelder Urgesteinen wie Wolfgang Nauber und Ernst Graffmann und dem Kultur- und Tourismusamt iniitierte närrische Treiben stand unter dem Motto "Der Euro macht selig, der Fasching fröhlich!" und wurde von den Stadtgendarmen Hauptmann Klaus Kilian und Adjudant Hubert Walter polizeilich überwacht. Wer sich nicht an karnevalistische Gebräuche hielt oder das Publikum nicht zum Lachen brachte, durfte den Abend im Holzkittchen verbringen.
Während in der Bütt Dirk Schumann, Frank Biewendt, Bürgermeister Gerhard Pletat und auch VG-Chef Wolf-Ludger Schlotzhauer vornehmlich über Kommunalpolitik herzogen brachte der singende Heinz Luger die Narren mit dem Kranichfelder Faschingsschlager zum Schunkeln. Dass es danach noch ein klein wenig heißer im Saal wurde, war den Akteuren der Tonndorfer Faschingsgruppe geschuldet, die sowohl mit karnevalistischen als auch erotischen Tanzeinlagen begeisterten und auch um eine Zugabe nicht herum kamen.
Dann schlug die Stunde der Musikanten. Der Auftritt von Lokalmatador Peter Nolze wurde durch eine musikalische Wiedervereinigung der besonderen Art. Nach 23 Jahren stand das "Old Nolze Quintett" wieder auf der Bühne und heizte den Jecken mächtig ein. Mit dem "singenden Sattler" Dieter Hoyer (Tannroda) am Schlagzeug, Dr. Otto Hahn (Kranichfeld) an der Gitarre, Rainer Dörnfeld (Kranichfeld) am Saxophon und Hans Lukas (Weimar) mit Gesang und am Bass war schon beim ersten Stück der Combo die Tanzfläche proppenvoll. Zugeben wollten es die neuen und alten Meister der Instrumente zwar nicht, aber ein Vögelchen hat ITN gezwitschert, dass sie sich mehrmals wöchentlich mit Probem auf ihr Revival vorbereitet haben. Die Anstrengung hat sich gelohnt, das Publikum war bis spät in den Morgen begeistert von ihrer Musik.
Den Abschluss der (bei einigen etwas zu lang gefassten) Büttenreden machte Kranichfelds (karnevalistisches) Urgestein Ernst Graffmann. Als Anthropologe sinnierte er über die großen und kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Besonders unverständlich war ihm, wieso frau ihren Samstag immer bei IKEA verbringen und dort mit glänzenden Augen stundenlang durch die Gänge laufen muss um am Ende - ebenfalls wie immer - lediglich eine Packung Teelichter für 1,99 Euro gekauft zu haben. "Wir haben schon so viele Teelichter zuhause, so viel Tee kann ich mein ganzes Leben gar nicht trinken", versuchte der Anthropologe gar nicht erst, weibliches Verständnis zu entwickeln.
Weitere Highlights des Abends waren der Auftritt von Doktor Wald (Wolfram Nauber) und Doping-Schwester Else (Enno Dörnfeld), die mit ihren Hausmittelchen die finanziell unpässlichen Krankenkassen heilen wollten und der Auftritt von Lisa Sichert. Die 11-jährige begeisterte gemeinsam mit ihrem Vater die Massen mit einer erstklassigen Rock’n Roll-Darbietung mit gewagten Figuren wie einem vierfachen Hüftgürtel und Schultersprüngen. Pech für das Kranichfelder Blumenmädchen: Bei der Zugabe verletzte sie sich leider unglücklich am Bein, dass sie nun für zwei Wochen eine Gipsschiene tragen muss. ITN wünscht Lisa gute Besserung!
Morgen will der Kranichfelder Elferrat mit einem kleinen aber feinen Rosenmontagsumzug durch die Stadt ziehen, die Kranichfelder mit Musik und flotten Sprüchen aufmerksam machen und anschließend die Macht im Rathaus übernehmen.
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