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Kranichfeld vor der Bürgermeisterwahl 2003

Vier Kandidaten stellen sich für das Ehrenamt

Walter G. Hofmann
Walter G. Hofmann (CDU)

53 Jahre, seit 31 Jahren verheiratet, Regierungsdirektor im Innenministerium

Sagt von sich: "Ich bin ein 'politischer Mensch'; jedoch lebe ich nicht von der Politik" und ist ehrenamtlicher Schiedsmann der VG Kranicheld und Jäger

1. Warum haben Sie sich trotz der (finanziell unattraktiven) Restlaufzeit und Ehrenamtlichkeit als Bürgermeister beworben?
Es handelt sich um eine reizvolle Aufgabe, da sie nicht einfach ist. Sie beinhaltet Gestaltungsmöglich-keiten, das mag ich. Solche Herausforderungen habe ich schon immer gerne in Angriff genommen. Für die Bewältigung der Aufgaben bedarf es heute mehr denn je fachlicher Kompetenz, die ich schon mitbringe. Um sich als neuer Bürgermeister die Verwaltungsmaterie erst anlernen zu müssen, dazu haben wir in Kranichfeld schon zuviel Zeit verloren. Wer sich für ein Ehrenamt entscheidet, sollte dabei nicht nach Attraktivität suchen. Bleibt die Entscheidung der Stadträte nach einem Jahr bei einem ehrenamtlichen Bürgermeister, beabsichtige ich aus heutiger Sicht, erneut zu kandidieren.
2. Was wollen Sie in Ihrer ehrenamtlichen Amtszeit für die Stadt erreichen?
Die Stadt muss finanziell wieder handlungsfähig werden, um die notwendigen Ausgaben für Infrastrukturmaßnahmen, für den Tourismus und für Pflichtaufgaben der Gemeinde, wie z.B. die Feuerwehr, aufbringen zu können. Um diese Ziele zu erreichen, müssen zunächst zwei zentrale Punkt um-gesetzt werden. Einmal müssen 1,7 Mio. Euro vom Abwasserzweckverband Arnstadt in die Stadtkasse zurück fließen, notfalls per Gerichtsurteil. Gleichzeitig muss der 10 Mio. DM-Kredit für das "Baugebiet Mohrenthal" weiter abgezahlt werden, um von Belastungen herunter zu kommen. Ein weiteres Ziel wird sein, dass wir in die Planungen des Landes aufgenommen werden, um die Stadt vom Lkw-Verkehr möglichst zu entlasten. Diese Vision dient nicht zuletzt auch der touristischen Entwicklung der Stadt.
3. Gibt es freiwillige Leistungen der Stadt, die Ihrer Meinung nach trotz der schwierigen Finanzlage unbedingt erhalten werden müssen?
Wir standen in diesem Jahr vor dem Problem, Rosenfest ja oder nein. Mit mir als Bürgermeister wird Kranichfeld - auch bei knapper Kasse - dieses Kinderfest im Gedenken der Eheleute Pfeiffer feiern.

Dazu gehört auch die Funktion einer Rosenkönigin, die Kranichfeld über die Stadtgrenzen hinaus in vielerlei Hinsicht bekannt macht.

4. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Kultur- und Tourismus für Kranichfeld ein?
Wir müssen an die touristischen Erfolge früherer Jahre anknüpfen. Die Brauchtumspflege unserer Vereine, ist ein Teil des Weges, der zu diesem Ziel führt. Letztlich möchte ich alle Kranichfelder dafür begeistern, sich der Bedeutung von Kultur und Tourismus für die Stadt bewusst zu sein und dafür zu engagieren.
5. Wenn ein Spender der Stadtkasse unverhofft 500.000 Euro vermachen würde, was würden Sie mit dem Geld als Erstes machen?
Für die Kinder und Jugendlichen haben wir ein neues Zentrum geschaffen. Mit einem solchen Finanzsegen würde ich daran gehen, um für die so genannte "Generation der 55 +" zu erreichen, dass alterge-rechte und behindertenfreundliche Einrichtungen entstehen. Warum nicht z.B. den "Kranich" für eine solche Einrichtung erwerben und herrichten?

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