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Kranichfeld vor der Bürgermeisterwahl 2003

Vier Kandidaten stellen sich für das Ehrenamt

Lorenz Kettwig
Lorenz Kettwig (FDP/Freie Bürger)

52 Jahre, seit 31 verheiratet, Dipl. Ingenieur (FH) für Bauwesen

Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe. Sitzt seit 1994 im Stadtrat und ist Vorsitzender des Bauausschusses

Hobby: Der Garten und die Enkelkinder

1. Warum haben Sie sich trotz der (finanziell unattraktiven) Restlaufzeit und Ehrenamtlichkeit als Bürgermeister beworben?
Ich bin seit vielen Jahren bereits ehrenamtlich für unsere Stadt Kranichfeld tätig. Die Frage nach einem warum habe ich mir eigentlich nie gestellt. Es muss immer Menschen geben die sich uneigennützig zum Wohl aller Bürger in einer Gesellschaft dafür einsetzen. Mein Vater war ebenfalls gesellschaftlich sehr aktiv und es wurde mir wahrscheinlich mit in die Wiege gelegt. Mit der Kandidatur zum Bürgermeisteramt der Stadt Kranichfeld könnte mein Hobby, die Kommunalpolitik, zum Beruf werden. Ich sehe die Restlaufzeit von ca. einem Jahr nicht als unattraktiv sondern, um eine Art Probezeit bis zur nächsten Wahl zum Bürgermeisteramt im Jahr 2004 an. Ich würde gerne wieder kandidieren, denn in einer so kurzen Amtszeit ist sehr schwer Akzente zu setzen. Man kann aber für die Zukunft Weichen stellen.
2. Was wollen Sie in Ihrer ehrenamtlichen Amtszeit für die Stadt erreichen?
Die Weichen für unsere Stadtentwicklung nach der Wende wurden in der ersten Legislaturperiode 1990 bis 1994 entscheidend gestellt. Ich denke da besonders an die Infrastrukturmaßnahmen, wie Abwasserkanäle, Kläranlage und Straßenbau. Die Auswirkungen sind in finanzieller Sicht sehr schmerzlich für unsere Bürger über viele Jahre.

Aber es gibt auch sehr gute Entwicklungen. Ich denke da besonders an unsere Wohnungsbaugebiete an der Mohrentaler Straße, den Bereich Erfurter- und Weimarer Straße mit der Tankstelle und der Handelseinrichtung als gelungene Maßnahme, sowie den Bereich Baumbachstraße mit Baumbachhaus, Kindergarten und dem neu entstehenden Jugendclub.

Für die Zukunft strebe ich eine zügige Umsetzung der geplanten Baumaßnahmen in der Baumbachstraße/Baumbachplatz , sowie die Sanierung der Erfurter Straße an, die es auf Grund des schlechten Zustandes und wegen der großen Belästigungen für die Anwohner dringend nötig haben. Darüber hinaus sind die begonnen Sanierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Friedhof fortzuführen. Die weitere Vermarktung unserer Eigenheimstandorte und der Niederburg sind zur Verbesserung unserer Finanziellen Situation zwingend erforderlich.

Die finanzielle Situation unserer Stadt hat sich in den letzten Jahren sehr negativ entwickelt. Diese Tendenz liegt aber nicht an unserer Stadt, sondern an der Gesamtentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und deren Rahmenbedingungen für die Kommunen. Das heißt der Spielraum für den Bürgermeister einer Kommune ist sehr begrenzt. Der besondere Augenmerk ist hierbei, das alle geplanten Einnahmen des Haushaltsplanes auch wirklich fließen. Ich sehe hier einen großen Handlungsbedarf, so schwer es auch sein wird. Ich bin mir darüber im klaren. Besonderes Augenmerk werde ich darauf legen, dass der Schuldenberg, der auf der Stadt lastet, nicht noch größer wird.

3. Gibt es freiwillige Leistungen der Stadt, die Ihrer Meinung nach trotz der schwierigen Finanzlage unbedingt erhalten werden müssen?
Die kulturellen Einrichtungen, wie das Baumbachhaus, der Seniorenclub, die Bibliothek, das Oberschloß und die Freilichtbühne mit dem Planhof, die Aktivitäten der Stadt und unserer Vereine, wie Jugendhilfe und die Heimatfeste usw. sind feste Bestandteile Lebensniveaus unserer Stadt und müssen unbedingt erhalten bleiben. Das Kultur und Tourismusamt ist ein wichtiger Fakt in der Förderung des Fremdenverkehrs. Das Einsetzen dafür lohnt sich immer.
4. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Kultur- und Tourismus für Kranichfeld ein?
Zu Zeiten von sehr schlechten wirtschaftlichen Situationen und Prognosen ist unsere Natur und die Kultur unserer Heimat der wichtigste Pfand für den Tourismus den wir in die Waagschale werfen können. Der Erhalt und Ausbau des Ferienparks Hohenfelden ist auch ein weiterer Schwerpunkt für den Tourismus in unserer Region.
5. Wenn ein Spender der Stadtkasse unverhofft 500.000 Euro vermachen würde, was würden Sie mit dem Geld als Erstes machen?
Ich würde den edlen Spender sofort ein großes Dankesschreiben in meinem und im Namen unserer Stadt senden; den Stadtrat einberufen und mit allen Fraktionen über die Verwendung der Spende beraten und einen dementsprechenden Beschluss herbeiführen.

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