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Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung ver.di-Jugend fordert mehr Chancen für Berufsstarter
Die Auszubildenden, die in diesem Jahr in Thüringen ihre Berufsausbildung beenden, sehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Lag die Übernahmequote im letzten Jahr schon bei lediglich 48 Prozent, erwartet ver.di nach einer Umfrage bei den Auszubildendenvertretungen in den Betrieben in diesem Jahr eine weitere Verschlechterung der Situation. Selbst in großen Betrieben sollen keine oder nur wenige Auszubildende nach den Prüfungen übernommen werden.
"Trotz guter Ausbildungsergebnisse bedeutet das Arbeitslosigkeit für tausende junger Leute", prognostiziert Sven Schulz, Jugendsekretär bei ver.di Thüringen. "Folgt nach der Ausbildung nicht gleich ein Übergang in ein Arbeitsverhältnis, dann ist das Erlernte nach kurzer Zeit überholt und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sinken drastisch." Seit Jahren steigt die Zahl arbeitsloser Jugendlicher zwischen 20 und 25 Jahren. Im April 2003 waren in Thüringen 21.500 Jugendliche ohne Job. Das ist der höchste April-Stand der Jugendarbeitslosigkeit seit 1992. Immer mehr gut ausgebildeter Nachwuchs verläßt den Freistaat, um anderswo einen Beruf zu finden. In ein paar Jahren wird bereits Fachkräftemangel prognostiziert, der zu einem echten Standortnachteil werden kann. Schulz appelliert: "Ein Unternehmen vorausschauend erfolgreich zu führen heißt auch, den betrieblichen Nachwuchs im Auge zu haben. Die Übernahme von Auszubildenden muss zur Chefsache gemacht werden. Intelligente betriebliche Modelle sollten stärker als bisher gemeinsam mit Betriebsräten und Gewerkschaft angegangen werden. Tandem-Jobs, in denen ein älterer Beschäftigter seinen Arbeitsplatz mit einem jüngeren teilt, Sabbaticals und Qualifizierungsoffensiven sind nur einige der Möglichkeiten, die es schnellstens zu nutzen gilt, um mehr jungen Leuten Chancen zu eröffnen. |
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