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Nieder mit Goethe! Es lebe Mephisto! Teuflisch feuriges Musical als Weimarer Sommerspektakel
Sicher, eine gewagte Gratwanderung. Doch endlich ein deftig-duftes Kontrastprogramm zum kommerziellen Event-Zirkus. Und noch nirgends haben die Musicalmacher so tief geschürft und sich an dem alten Faust-Stoff versucht. Nur in Weimar, ausgerechnet dieser Stadt auf klassischer Ton-Erde. In dem 17 Meter hohen schwarzen Kubus wird an einer teuflisch magischen Mixtur experimentiert: Allein durch die spitz zulaufende Bühne, ihren schrägen Anstieg, ihre beträchtliche Höhe, die steil aufsteigenden Zuschauerreihen, die innen unverkleidete schlichte Holz-Stahl-Konstruktion wird sich binnen der gut dreißig Vorstellungen eine einzigartige Atmosphäre ausbreiten. Aber auch der Faust-Stoff an sich wird sein übriges zutun: und das mehr als zwei Stunden lang.
Nicht auf Dekoration kommt es Regisseur Jürgen Lorenzen und Produzent Walter Bialek mit ihrem Musical an, vielmehr arbeiten sie mit Lichteffekten. Auch die Musik lässt einiges erwarten: Von himmelhoch jauchzend bis tief ergriffen durchleben die Zuschauer die Seelenzustände der Schauspieler. Charakteristisch für die Musik ist deren Vielfalt: Klassik, Rock, Pop, Big-Band-Sound, Tango, und Barock. In „Mephisto“ ist alles Bewegung, Glamour, Sex-Appeal - gemischt mit augenzwinkernder Ironie. Ort der Handlung ist natürlich die Hölle. Und auch der Verlauf der Geschichte ist hinlänglich bekannt. Und das nicht erst seit Goethe. Nur wird die Geschichte in dem hochtourigen Musical-Spektakel auf unorthodoxe, dem Zeitgeist angepasste Weise erzählt: Mephisto als Jet-Set-Figur will das marode Unternehmen Hölle mit modernsten Marketing-Strategien sanieren. Kurz: Neue Seelen braucht die Hölle so am Abgrund. Sein erstes Opfer: der gelehrten Faust. Mephisto verführt ihn zu einem Teufelspakt, indem er dem deprimierten Gelehrten sämtliche Erkenntnisse verspricht, die die Welt im Innersten zusammenhält. Ein hehrer Anspruch. Wohl wahr! Doch damit nicht genug!
Faust verliebt sich auch noch in das jugendliche Gretchen. Und die verführt ihn auch nach allen Regeln der Kunst. Wunderbar! So nehmen die Irrungen und Wirrungen eines ewig strebenden Menschen seinen verhängnisvollen Lauf. Natürlich immer mit ein bisschen teuflischem Beigeschmack nach Fegefeuer und Schwefeldampf: Klischees und Kitsch, Sex und Klamauk werden so raffiniert verpackt in eine Mischung aus Gangsterparodie, Traumstory und trickreicher Komödie. So verjagen Produzent Walter Bialek und Regisseur Jürgen Lorenzen, ebenfalls Mephisto-Darsteller, den sonst fast unverständlichen Philologenmief des Faust-Stoffes wie in „herkömmlichen“ Inszenierungen.
Vorgestellt wird das Musical in Kooperation mit dem Produzenten Torsten Koschnitzke und der cwt GmbH, congress centrum neue weimarhalle und Tourismusservicegesellschaft in enger Abstimmung mit der Kulturstadt Weimar GmbH. Aufführungen gibt es von Freitag, 27. Juni, bis Sonntag, 10. August, - jeweils donnerstags bis sonntags ab 20 Uhr und samstags auch 16 Uhr. Informationen, Tickets zum Preis von 15 bis 29 Euro und besondere Arrangements wie ein romantisches Wochenende in Weimar gibt es in der Tourist-Information Weimar, unter Telefon 0 36 43/24 00-0 oder im Internet unter www.weimar.de und www.mephisto-weimar.de. Foto: cwt GmbH/Harald Wenzel-Orf |
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