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Windstille machte Flugkünstlern zu schaffen
Beim 14. Drachenfest in Bad Berka fehlte der Wind
(2003-09-22 | br) Bad Berka (itn) - Vor allem der wenige Wind machte den 25 aktiven Drachenbau-Profis zu schaffen, die am Samstag zum 14. Drachenfest aus ganz Deutschland nach Bad Berka gereist waren. Die meisten der aus Wuppertal, Naumburg, Jena und Weimar stammenden Drachenfreunde nahmen am Wochenende auch an der 6. Internationalen Drachenflugschau auf der Erfurter ega teil.
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Vor dem Start seines längsten Drachen der Welt musste der Wuppertaler Arthur Skibb (57) viele Kinder um sich scharen, die wie Patrick Thieme (9) aus Bad Berka auch gern kräftig mit anpackten. (v. l.)
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Doch nicht nur ihre, auch die bunten Fluggeräte der mehreren Hundert Besucher mussten am Vormittag vorläufig noch am Boden bleiben, weil der wenige Wind in der Kurstadt einfach nicht für einen Start ausreichte.
Das luftige Event des Ilmtreff Bad Berka e. V. hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum kulturellen Highlight in der Kurstadt entwickelt und lockte auch in diesem Jahr insbesondere wieder Familien mit Kindern auf den Segelflugplatz. Aktive und Gäste kamen dann am Nachmittag auf ihre Kosten, als sich Petrus einen Ruck gab und doch noch für einige Zeit etwas kräftiger aus den Backen blies. Da dauerte es nur wenige Minuten und schon bevölkerten Dutzende kleine und große Drachen den fast wolkenlosen Himmel über der Kurstadt.

Wer keinen der bunt geschmückten Rahmen sein eigen nannte, griff unter fachkundiger Anleitung zu Papier, Schnur und Schere und hielt kurze Zeit später eine Marke „Eigenbau“ in den Händen. Mit dem Erfolg des traditionellen Festes zeigte sich der Ilmtreff auch in diesem Jahr zufrieden. Geschäftsführer Volker Koch hob besonders die „hervorragende Zusammenarbeit mit dem Segelfliegerclub“ hervor, hätte sich aber noch mehr Besucher gewünscht. Zumal mit dem größten Drachen der Welt (492 Meter), den der Wuppertaler Arthur Skibb in Bad Berka vorstellte, auch ein ganz besonderes Erlebnis geboten wurde.
Sein Riesendrachen, der eine Zugkraft von bis zu vier Tonnen erreichen kann, macht Furore: "Am Mittwoch wird er im mdr-Fernsehen sein und für den Freitag hat sich auch schon der Kinderkanal Ki.Ka angekündigt." Gefolgen ist das gute Stück aus Bambus und Seide in voller Länge zum ersten Mal im Mai dieses Jahres und zwar genau vor dem belgischen Königshaus. Die spektakuläre Flugschau wurde im Fernsehen übertragen und da hat offensichtlich auch der holländische König zugesehen. Besonders stolz ist Skibb nämlich auf einen Gast, der am vergangenen Freitag (12.09.2003) bei ihm zuhause in Wuppertal an der Tür klingelte: Ein Abgesandter des holländischen Königs lies an diesem Tag dessen Grüße und Glückwunsch zu seinem fantastischen Auftritt überbringen.
Begonnen hatte für Skibb alles mit einem Lenkdrachen, den sein Sohn fliegen lassen wollte. Allerdings konnte er sich nicht nicht mit dem zweischnürigen Drachen anfreunden. Stattdessen baute er dann einen eigenen Drachen und zwar genauso wie er es aus seiner Kinderzeit kannte. Seitdem ist der ehemalige Polizist den Drachen verfallen und machte 1982 sein Hobby Drachenbau zum Beruf. Skibb darf sich seit 1990 "anerkannter chinesischer Drachenbauer" nennen und gewann 1995 sogar die chinesische Meisterschaft. Überhaupt kommt der 57-jährige viel in der Welt herum. Neben China stehen auch Indien und Malaysia auf den Reiserouten des im asiatischen Raum sehr bekannten Wuppertalers. "Wenn z. B. der Bürgermeister von Peking erfährt, dass ich seine Stadt besucht habe, ohne bei ihm vorbeizuschauen, dann gibts Ärger", meinte Skibb am Samstag schmunzelnd zu Ilmtalnews.
Mit seiner guten Laune war es aber schlagartig vorbei, als das Gespräch auf den Ilmtreff und dessen beschränkte Mittel kommt. Drachenbauer Skibb, der bereits zum 12. Mal am Drachenfest in Bad Berka teilnahm, sieht den örtlichen Verein als probates Mittel gegen Jugendkriminalität und Interessenlosigkeit. "Der Ilmtreff bemüht sich sehr und ich kann wirklich nicht verstehen, wie man einer solchen Institution das Geld so dermaßen zusammen streichen kann, dass ihre Existenz bedroht ist."
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