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Fast 200.000 Patienten unterziehen sich in Deutschland jedes Jahr einer so genannten Ballon-Dilatation. Dabei erweitern die Ärzte verengte Herzkranz-Gefäße über einen Herzkatheter mit einem Ballon. Obwohl die Methode in-zwischen zum medizinischen Standard gehört, ist die Re-Stenose-Rate hoch: Bei 25 bis 30 Prozent der Patienten verengt sich das Gefäß erneut, auch wenn zuvor ein Drahtgeflecht (Stent) implantiert wurde. Dann muss das Gefäß erneut aufgedehnt und bestrahlt werden, oft ist eine Bypass-Operation unumgänglich.
Kern der neuen Behandlungsmethode ist ein neuartiger, beschichteter Stent, der in das betroffene Gefäß eingesetzt wird. Er enthält ein Medikament, das über mehrere Wochen hinweg an Ort und Stelle wirkt. Auf diese Weise soll die unerwünschte Wucherung von Zellen und damit die Re-Stenose vermieden werden. „Nach bisherigen Erkenntnissen senken die medikamentenbeschichteten Stents die Re-Stenoserate, verhindern erneute Kathetereingriffe und erhöhen so die Lebensqualität der Patienten", erläuterte PD Dr. Bernward Lauer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie in der Zentralklinik. „In diesem Modellvorhaben können Patienten innovativ behandelt werden, und die Kosten für die Versichertengemeinschaft werden langfristig reduziert, auch wenn der verwendete Stent zunächst einmal teurer ist.“ Mit dem Einsatz des neuen beschichteten Stents soll nicht nur dem Patienten ein möglicher erneuter Eingriff aufgrund wieder verengter Gefäße erspart bleiben, sondern der TK auch die Kosten für diesen Wiedereingriff. Daher erstattet die TK der Zentralklinik Bad Berka auch die Kostendifferenz zum Einsatz herkömmlicher Stents und ermöglicht den Bad Berkaer Kardiologen den Einsatz der neuartigen Implantate zur Behandlung von Patienten. Angelegt ist das Modellvorhaben auf die Dauer von zwei Jahren. Es ist vorgesehen, dass sich bundesweit bis zu 30 speziell qualifizierte Kliniken beteiligen und bis zu 1.100 Patienten mit der neuen Methode behandeln. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie des Universitätsklinikums Charité in Berlin. Die Berliner Wissenschaftler werten aus, ob sich die Rate der für die Patienten belastenden Bypass-Operationen senken lässt und prüfen darüber hinaus, inwieweit sich bei besserer Behandlungsqualität die Kosten reduzieren. |
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