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Das Mittlere Ilmtal Ausflugsziele
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In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Interdisziplinäre Prävention KIP an der Friedrich-Schiller-Universität Jena werden die Konzepte der Vorsorge von Rückenerkrankungen Stück für Stück um Aspekte der Dynamik, der Muskelphysiologie und der Koordination erweitert. Einen aktuellen industrieorientierten "Off-Spin" zeigen diesen Aktivitäten in der Grundlagenforschung nun in einer Produktidee, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einen "Innovationspreis Medizintechnik" ausgezeichnet wurde und in den nächsten zwei Jahren eine Förderung in Höhe von 173.000 € mit sich bringt.
Unter Koordination durch das Fachgebiet Biomechatronik der TU Ilmenau wird ein Team, bestehend aus der Erfinderin Gisela Schon aus Langerwehe bei Aachen und Wissenschaftlern der Universitäten Ilmenau, Jena und Saarbrücken einen dreidimensional bewegten Sitz für gehbehinderte oder gehunfähige Menschen entwickeln. Aufgabe des gemeinsam zu entwickelnden Gerätes soll es sein, Rückenschmerzen zu lindern bzw. ihnen vorzubeugen. Auch bei nicht behinderten Arbeitnehmern, die sich als LKW-Fahrer, Lokomotivführer oder Büromitarbeiter berufsbedingt wenig bewegen, könnte ein solcher Sitz den lästigen Rückenbeschwerden Einhalt gebieten. Das Team schafft in den kommenden zwei Jahren die konstruktiven Grundlagen für einen Stuhl, dessen Sitzfläche in allen drei Raumdimensionen zyklisch bewegt wird. Auf diese Weise soll das natürliche Bewegungsmuster des Beckens beim Gehen auf Rumpf und Rücken übertragen werden. Ziel ist es, durch diese Bewegungen Rückenschmerzen zu lindern und ihnen vorzubeugen. Insbesondere gehunfähige oder gehbehinderte Menschen würden von einem solchen automatischen Stuhl, den das Team "Spinemover" getauft hat, profitieren.
Dabei ist der potentielle Nutzerkreis groß: Neben Menschen, die dauerhaft gehunfähig sind, kann der Spinemover nach Überzeugung des Entwicklerteams auch bei der Rehabilitation von Patienten eingesetzt werden, die eine Hüft- oder Knieoperation hinter sich haben. Ebenso könnten Rheuma-Patienten, haltungsschwache oder an der Wirbelsäule erkrankte Kinder, Patienten mit allgemeinen Rückenschmerzen, Wirbelsäulenverkrümmungen oder Beckenschiefstand von dem neuen Verfahren profitieren. Es ist durchaus vorstellbar, dass der Stuhl auch bei der Physiotherapie von Querschnittgelähmten einsetzbar ist, um arthrotischen Veränderungen der Hüften und der Wirbelsäule vorzubeugen. Denkbar wäre der Einsatz des Spinemovers auch in Seniorenheimen. Das nun anlaufende zweijährige Vorhaben soll den Nachweis erbringen, dass der Spinemover auf der Basis von biometrischen Daten ein individualisiertes Bewegungsbild auf den Rumpf des Nutzers übertragen kann. Erst danach kann dann zukünftig geprüft werden, ob der bewegte Sitz sowohl bei gehunfähigen Patienten als auch bei gesunden Probanden Rückenschmerzen lindert und vorbeugt. Ist diese Hürde geschafft, wird sich das System schnell ein großes Anwendungsgebiet erschließen: Rollstühle, Führerstandsitze (LKW, Lokomotiven, Schiffe, Flugzeuge), Bürostühle, Sessel für zuhause und Stehsitze. Sogar Sitze für das Weltraumprogramm ISS sind angedacht. |
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