|
Heiße Wäsche unter kühlen Mauern
|
|
|
|
6. Heimatfest in Tannroda am 07.08.2004
|
(2004-08-12 | br)
Tannroda (itn) - Nachdem das Heimatfest im vergangenen Jahr nicht als Einzelveranstaltung, sondern eingebettet in die 600-Jahr-Feier Tannrodas stattfand, wurde diesmal wieder auf dem Schlossgelände gefeiert. Am Vormittag lud ein buntes Programm am Fuße des Bergfrieds zum Zuschauen ein und am Nachmittag gaben sich Heinz und Sylvia die Ehre. Das Musikaten-Duo aus Kranichfeld unterhielt die überwiegend älteren Gäste mit Thüringer Mundart, Lieder und Schnärzchen - passend zu selbstgebackenem Kuchen und duftendem Kaffee.
Ebenfalls wieder mit dabei - der historische Sketch. Diesmal erzählte Heidemarie Häusler von einem Obstbauern, der ungebetenen Besuch bekam. Dieser verrichtete seine Notdurft unter dessen Brombeersträuchern und sollte daraufhin sein wahres Wunder erleben. Während der Grundbesitzer beim ersten Mal den ungebetenen Haufen einfach verschwinden lies, tauschte er ihn bei der Wiederholungstat heimlich mit einem Ei aus. Der Mann glaubte daraufhin an ein Wunder und dass er so zuhause für die Frühstückseier sorgen könne. Natürlich ging das Ganze nicht nur gehörig in die Hose, sondern auch noch in den Hut der Frau - denn darin fand sich nach angestrengtem Drücken natürlich kein Ei sondern ein anderes - und durchaus übelriechendes - Stoffwechselendprodukt.
Danach präsentierten Vereinsmitglieder eine historische Modenschau. Nicht nur hochgeschlossene Kleider, auch verführerische Unterwäsche aus vergangenen Tagen gab es zu sehen. Ob die Männer eher wegen der Hitze am Samstag oder den gezeigten Kleidungsstücken ins Schwitzen kamen, war im Detail nicht nachzuvollziehen. Fakt ist aber, dass viele die Gelegenheit nutzten und sich am - eigens für das Fest eingschalteten - Springbrunnen vor der Schlossmauer abkühlten.
Mit Zeltdach und Bühne waren die Mitglieder des Vereins um Vorsitzende Rosita Schwager gut für den Abend gerüstet. Um 20 Uhr spielte die Klaus-Wagner-Band zum Tanz unter dem Bergfried auf. Der Turm war das Hauptthema beim Wissenquiz. In Erfahrung zu bringen, wann und von wem der Turm erbaut wurde, welcher Baustil vorzufinden ist und wann er durch einen Blitz in Flammen aufging war gar nicht so schwer. Von den 52 Vereinsmitglieder waren etwa 30 vor Ort im Einsatz und gaben bereitwillig Auskunft über das historische Gemäuer, das am Abend von Scheinwerfern in einen malerischen Schein getaucht wurde. Ganz ohne recherchierte Fakten konnte man hingegen bei der Tombola einen Gewinn abstauben. Mehr als 300 Preise hatte der Verein von Sponsoren und Spendern zusammengetragen.
|