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Tagebuch / News
April 2004
2004-04-29 / Donnerstag
Ein stressiges Wochenende liegt vor uns. Morgen mache ich extra Frühschicht, damit wir bereits nachmittags in Fürth starten können. Dann düsen wir nach Kranichfeld, wo wir unsere alte Wohnung übergeben müssen. Gott sei Dank haben sich meine Mutter und meine Geschwister mächtig ins Zeug gelegt und dort nach unserem Umzug alles in Ordnung gebracht. Ich hätte gar nicht gewußt, wie ich das sonst alles schaffen sollen?! Nach der Übergabe muss ich abends zum Friseur, denn mehr Zeit haben wir gar nicht. Am Samstag um 5.00 Uhr klingelt der Wecker und ich werde mich in mein Kleid schmeißen, die Blumenmädchen abholen und schon geht es wieder auf die Piste. In Witzenhausen wartet der 2. Deutsche Königinnentag auf uns. Der findet nur alle drei Jahre statt und so habe ich richtig Glück, dass meine Amtszeit als Kranichfelder Majestestät jetzt in diese Zeitspanne fällt.

Arbeitsgemeinschaft Deutsche Königinnen

In Witzenhausen werden wir dann auch übernachten und Sonntag am großen Festumzug teilnehmen. Wenn dort vermutlich gegen 18 Uhr die Klappe fällt, müssen wir auch sofort wieder los - und zwar zunächst nach Kranichfeld. Die Blumenmädchen können schließlich nicht mit nach Fürth fahren :) Und wenn wir dann gegen 22 Uhr in Kranichfeld wieder gen Franken starten können, liegen wir schon gut in der Zeit und schaffen es hoffentlich, gegen 1 Uhr endlich wieder in unserer neuen Heimat ins Bett zu kommen. Da darf ich aber noch gar nicht daran denken, dass 7 Stunden später auch schon wieder der Wecker klingelt und eine neue Arbeitswoche vor der Tür steht.

Warum ich Euch das alles erzähle? Weil ich zur Zeit nicht weiß, ob ich angesichts dieses total verplanten Wochenendes lachen oder weinen soll. Obwohl die Vorfreude auf Witzenhausen deutlich überwiegt, weiß ich auch, dass es ganz schön schlauchen wird. Aber das kann ich Euch ja nächste Woche alles erzählen. Also dann, schönes Wochenende an alle da draußen im Net - vielleicht sieht man sich ja auch in Witzenhausen... :-)

2004-04-25/ Sonntag
Kisten über KistenEs hat alles geklappt. Unser Hab und Gut ist am Donnerstag sicher in Fürth gelandet. Den schlechteren Part hatte allerdings Marc erwischt. Während ich gegen 11 Uhr zur Arbeit musste, hatte er seinen Umzugstag und durfte den Möbelträgern zur Hand gehen. Vor allem die Küche machte uns zu schaffen. Obwohl der schon in Kranichfeld stattgefundene Umbau geklappt hatte (Wir mussten einen Schrank kürzen lassen, damit die Küche überhaupt hier rein passte), gab es natürlich andere Probleme. Die Anschlüsse der Spüle waren weiter entfernt als mit den vorhandenen Mitteln zu erreichen und so ging es erst mal ab in den Baumarkt. Aus den geplanten 15 Minuten für diese Aktion wurden schnell 1,5 Stunden. Im ersten waren die Flexschläuche aus, im zweiten erst nach ewiger Sucherei auffindbar. Zurück in der Wohnung hatte sich der Handwerker geirrt und ihm das falsche Maß gegeben. Also wieder hin und umtauschen. So dauerte es bis zum frühen Nachmittag, bis es in der Küche wieder fließend Wasser gab.

Vor lauter Auspacken und Spüle anschließen hatte Marc aber etwas übersehen... Als ich abends nach Hause kam, erwartete mich nämlich nicht nur draußen auf der Straße auch in der Wohnung die Dunkelheit. Irgendwie hatte er versäumt, auch mal eine Lampe anzubringen und den Einbruch der Dunkelheit vor lauter Kisten-Auspackerei gar nicht so recht mitbekommen. Glücklicherweise hatten wir aber unseren Deckenfluter schon griffbereit, so dass wir wenigstens eine Leuchtquelle in der ganzen Wohnung hatten. Am Freitag halfen dann auch noch Marc's Eltern mit und irgendwann heute vormittag hatten wir wieder halbwegs alles an seinem richtigen Platz.

2004-04-20/ Dienstag
Kisten über KistenHeute morgen war ich erst einmal geplättet und habe mich dann sehr geärgert. Mit großem Erstaunen habe ich auf der Homepage unserer Thüringischen Landeszeitung lesen müssen, dass bereits über meine Nachfolgerin im Amt der Kranichfelder Rosenkönigin entschieden worden ist. Obwohl ich jetzt in Franken wohne und arbeite, hatte ich sowohl Stadt als auch Tourismus-Information gegenüber in den letzten Wochen mehrfach deutlich gemacht, wie sehr mir daran gelegen ist, persönlich an dieser Entscheidung mitzuwirken. Ganz so, wie es in den letzten Jahren immer Tradition war.

Soweit ich zurückdenken kann, war es bislang in Kranichfeld immer so, dass die scheidende Rosenkönigin als stimmberechtigtes Jurymitglied anwesend ist, wenn die Kandidaten für die Nachfolge offiziell vorgestellt werden. Das war nicht grundlos so und sollte auch in Zukunft weiter so gehandhabt werden. Schließlich wissen gerade die Königinnen selbst, was es bedeutet, die Verpflichtungen eines solchen Amtes wahrzunehmen und welches touristische und geschichtliche Wissen über die Zwei-Burgen-Stadt dabei gefragt ist. Ich habe dieses Amt nun seit fast zwei Jahre inne und war gemeinsam mit meinen Blumenmädchen bei mehr als 60 Auftritten quer durch Deutschland, einmal sogar in Italien, im Dienst der Stadt unterwegs.

Daher bin ich wirklich sehr enttäuscht, dass ich nicht einmal zur Vorstellung der Bewerberinnen eingeladen war und die Entscheidung ohne meine Mitwirkung gefällt wurde. Und das, obwohl ich im Vorfeld gegenüber der Stadt stets betont habe, dass ich alles möglich machen werde, um einen solchen Termin trotz meines Wegzuges wahrzunehmen.

Abgesehen davon gratuliere ich natürlich trotzdem Maike Schumann, die sich knapp gegen eine Mitbewerberin durchsetzen konnte, zu Ihrer Wahl.

2004-04-18 / Sonntag
Vorbereitung für den Umzug: Daniela beim Einpacken des GeschirrsHab ich vielleicht die Schnauze voll. Ja, das muss man auch als Königin mal sagen dürfen! Vor allem, wenn man - so wie ich - keine Kammerzofen für solche Arbeiten hat. ;-) Das ganze Wochenende bestand einzig und allein darin, unsere Wohnung in 28 Umzugskartons und 20 Säcke (für die Klamotten) zu verpacken. Den größten Anteil nahmen Küche und Büro ein. Waren in meinem Heiligtum Tonnen von Geschirr in Papier zu wickeln, wuchtete Marc Tonnen von eben solchem im Arbeitszimmer in die Kisten. Von dem ganzen Computer-Krimskrams mit Kabeln, Boxen, Ersatzteilen und Schrauben will ich gar nicht reden.

Wie hat meine Oma immer gesagt: "Zweimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt!" Und da hat sie verdammt recht! Ich bin total groggy und kann keine Kisten mehr sehen. Leider kann ich Ihnen nur bis Donnerstag entkommen. Am Mittwoch kommt die Umzugsfirma und räumt den ganzen Krempel (mit einem schrägen Dachdeckeraufzug) aus dem Küchenfenster in den Umzugslaster. Donnerstag im Morgengrauen wollen Sie in Weimar aufbrechen und uns dann um 8 Uhr in Fürth mit unserem Hab und Gut begrüßen. Da bin ich aber mal gespann, ob das alles so klappt, wie besprochen. Und hoffentlich bleibt alles heil! Wenn meinem großen Kaktus was passiert, gibts Ärger...! ;-)

Dann gab es diese Woche noch was ganz Besonderes. Nach ewig langen Überlegen fand ich für meinen Schatz ein paar passende Geschenke, denn schließlich wird man wird ja nicht alle Tage 30 Jahre ALT. Oh mein Gott, ich hoffe, dass ich nicht so schnell 30 werde! Als Krönung gab es für ihn ein Wochenende nur für uns zwei irgendwo in Deutschland. Mal gucken, wann wir Zeit haben, dieses überhaupt einmal einzulösen... :-)

2004-04-12 / Montag
MietvertagGott sei Dank - die nervenaufreibende Sucherei hat endlich ein Ende. Endlich haben wir eine ordentliche Wohnung in Franken gefunden! Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, als uns durch einen glücklichen Zufall diese schöne Galeriewohnung über zwei Etagen an der Stadtgrenze Fürth/Nürnberg ins Auge fiel. Angeschaut, für gut befunden und nach einer Nacht "drüber schlafen" schließlich den Mietvertrag unterschrieben. Blöd nur, dass der Vermieter auf den 1. bzw. 16. des Monats als Mietbeginn pochte. Um den geplante (und eigentlich auch einzig möglichen) Umzugstermin am 21./22. April nicht zu gefährden, bliebt als Vertragsbeginn also nur der 16. April. Damit waren für die beiden letzten Aprilwochen insgesamt DREI Mieten fällig. Für die Wohnung in Kranichfeld, das Hotel in Fürth und schlussendlich auch schon die erste halbe Miete für die neue Wohnung. Da werden finanziell gesehen ganz schon harte Zeiten auf mich zukommen, aber auch das wird vorbei gehen...

Karfreitag (9. April) hatte meine Mutter Geburtstag. Nach der üblichen 3,5h-Heimfahrt-mit-zahlreichen-Staus haben wir dann ein gemütliches Fest im Kreise der Verwandten verbracht. Auch wenn der Kreis nicht so ganz vollständig war. Mein Schatzi "durfte" nämlich das ganze Osterwochenende damit verbringen, irgendwelche Spiele zu testen, so dass weder ich was von ihn hatte, noch er etwas von den (eigentlich arbeitsfreien) Osterfeiertagen. Das war der Preis für die Heimfahrt, denn die Produktion der Zeitschrift war in vollem Gange und er hätte sonst in der Redaktion sitzen müssen.

2004-04-03 / Samstag
Die Kranichfelder Majestät inmitten der Elgersburger Ritterschaft (klicken zum Vergrößern)Leider hatte ich vergangenes Wochenende keine Zeit, mein Tagebuch zu schreiben, so dass ich Euch erst heute etwas von meiner Zugtaufe in Elgersburg berichten kann. Am Samstag (27.03.2004) stand nämlich für meine Blumenmädchen und mich seit langer Zeit auch mal wieder ein Auftritt auf dem Programm. Die Reise führte uns ins südthüringische Elgersburg, wo ich die Ehre hatte, einen Zug auf diesen Namen zu taufen. Ein etwas außergewöhnlicher Auftritt, aber auch interessant. Durch die Taufe des Eisenrosses erhofft man sich nicht nur einen Mehrwert in touristischer Hinsicht, sondern es soll auch dem Jahrestag der Eröffnung der Bahnstrecke Arnstadt-Ilmenau Rechnung getragen werden, der sich im August zum 125. Mal jährt.

Nach unserer Ankunft auf der Elgersburg, machten wir uns kurz darauf auch schon wieder auf den Weg. Gemeinsam mit Bürgermeister Ingolf Schwarze stiegen wir in Geraberg in den Zug ein und sollten bei seinem Eintreffen auf dem Elgersburger Bahnhof die Gäste des Spektakels überraschen. Der geplante Aha-Effekt trat allerdings trotz aller Planung nicht ganz so wie geplant ein, denn etwa in der Mitte des Bahnsteiges wurden wir von der Elgersburger Ritterschaft erwartet, stiegen jedoch gemeinsam mit dem Stadtoberhaupt am Ende des Zuges aus. Naja, was soll's? Live ist eben live! :-)

Zugtaufe in Elgersburg (klicken zum Vergrößern)Nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeister, Landrat und einem Vertreter der Erfurter Bahn schritten wir dann gemeinsam mit den Herren zur Tat. Zwei Bottiche mit frischem Elgersburger Quellwasser standen bereit, um der Bahn eine feuchte Namenstaufe zu bescheren. "Elgersburg. Thüringen erfahren" darf sich das Eisenross von nun an nennen. Fragt aber ja nicht, wie mein Kleid nach der Taufe aussah! Etliche Fotografen und Kameramänner von der Presse sowie Dutzende Hobbyfotografen wollten Bilder machen und so mussten die Täufer einige Male mit den Eimern Schwung holen und den Zug benetzen. Das Wasser spritze nur so herum und mein Rocksaum wurde schwer und schwerer... :-)

Nach der Zeremonie bummelte ich mit Lisa und Marlene noch einmal über den 4. Kunsthandwerkermarkt auf der Elgersburg, bei dem an mehr als 40 Ständen Geschenk- und Dekorationsideen präsentiert wurden. Auch die Kinder kamen auf ihre Kosten. Für sie hatte der Osterhase schon (vor)österliche Überraschungen im Gras versteckt und auch ein Märchenquiz luden beim bunten Programm im Burghof zum Mitmachen ein.

Der Auftritt in Elgersburg war ein gutes Training, denn jetzt geht es munter weiter im Programm. Am 1. und 2. Mai steht in Witzenhausen der 2. Deutsche Königinnentag an, am folgenden Wochenende ruft das Fliederfest in Bad Frankenhausen und am 15. Mai werde ich auf dem Frühlingsfest der ega in Erfurt auftreten. Vorher müssen wir aber noch unseren Umzug nach Fürth auf die Reihe kriegen. Aber darüber erzähle ich Euch nächste Woche etwas mehr...