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Pfingst-Special Die Geschichte von Pfingsten Der Name Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort "pentekosté", der Fünfzigste, ab. Er entwickelte sich über den gotischen Ausdruck "paintekuste" und das mittelhochdeutsche Wort "pfingesten" zu der heutigen Bezeichnung. In ihrer ursprünglichen Bedeutung verweist sie auf den zeitlichen Abstand zu Ostern, den Abstand von 50 Tagen. Der eigentliche Festtag wäre demnach der Pfingstmontag. Pfingsten folgt immer auch 10 Tage auf Christi Himmelfahrt. Mit Pfingsten endet die österliche Zeit. Über den Anlaß des Festes, nämlich die Aussendung des Heiligen Geistes, sagt der Name jedoch nichts aus. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen christlichen Hochfesten. So heißt das Fest der Geburt Jesu Weihnachten, der Kreuzigungstag Karfreitag und das Fest der Auferstehung Christi Ostern.
Die Geistsendung war, wie es im Neuen Testament nachzulesen ist, der Ausgangspunkt für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Theologen sehen daher in diesem Ereignis die Geburtsstunde der Kirche. Das Pfingstfest kann somit auch als Geburtstagsfest der Kirche bezeichnet werden. Es ist neben Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im Kirchenjahr und in Deutschland, Österreich und der Schweiz staatlicher Feiertag. Es wird wie die beiden anderen Feste auch an zwei Tagen begangen. Das Datum von Pfingstsonntag und Pfingstmontag richtet sich nach dem Datum von Ostern. Durch den variablen Ostertermin variiert auch Pfingsten zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni. Pfingsten ging wie Ostern aus einem jüdischen Fest hervor. Es war ursprünglich ein Erntefest mit Dankopfern. Während das Passah-Fest (Ostern) den Beginn der Getreideernte markierte, wurde am fünfzigsten Tag darauf der Schawuot begangen, der Tag der Darbringung der Erstlingsfrüchte. Später wurde dieser Tag auch als Wochenfest bezeichnet. Als christliches Fest wurde Pfingsten erstmals im 4. Jahrhundert erwähnt. Seit altersher war die Feier der Pfingsttage überwiegend vom weltlichen Festwesen bestimmt. Bretonische Sagen, französische und deutsche Ritterromane erzählen beispielsweise von glanzvollen Pfingstfesten des sagenhaften Königs Artus (5./6. Jahrhundert). Für manche Menschen ist Pfingsten ein Fest der Familie, ähnlich wie Weihnachten. Für viele Christen, auch für die, die sonst das Jahr über nicht so regelmäßig in die Kirche gehen, ist er ein Tag, an dem sie den Pfingstgottesdienst besuchen. Pfingstbräuche
In Schwaben kennt man als Pfingstbrauch Flurumgänge mit der Eucharistie. Dabei wird auch der Wettersegen gespendet. Im Rheinland veranstalten sogenannte Pfingstreiter Umritte und Reiterspiele. Derartige Pfingstbräuche waren und sind ebenso von der beginnenden Sommerzeit und teilweise auch von vorchristlichen Fruchtbarkeitskulten geprägt wie die vielerorts stattfindenden Brunnenfeste, bei denen die Dorfbrunnen bereits am Pfingstsonnabend festlich mit Blumen und Birkenstämmchen geschmückt werden, an denen bunte Bänder und Ketten mit ausgeblasenen und bemalten Eiern hängen. Dieser Brauch ist vorwiegend in Franken beheimatet. Aber auch Häuser, Ställe, Kirchen und Fahrzeuge werden zu Pfingsten mit grünen Birkenzweigen und Blumen verziert. In den Bereich der Frühjahrsbräuche gehören auch Pfingstbäume und laubumhüllte Maskengestalten. Der Pfingstbaum hat in seiner Bedeutung denselben Hintergrund wie der bekanntere Maibaum. Das Wasser soll an Pfingsten wie zur Osterzeit über eine besondere Segenskraft verfügen. Im Laufe der Geschichte haben sich deshalb auch verschiedene Wasserbräuche herausgebildet. Verbreitet war es, sich zu Pfingsten in einem Bach zu waschen. Dieser Brauch erinnert ebenso an den Taufritus wie ein ähnlicher aus dem Raum Basel am Rhein (Schweiz). Dort wurden zum Beispiel junge Burschen oder auch eine aus Stroh, Tannenzweigen und Moos gebastelte Puppe, Pfingstlümmel (Pfingstsprützlig, Pfingstblüttlig) genannt, in einen Dorfbrunnen getaucht. Mädchen und junge Frauen ließen sich anschließend von dem Pfingstlümmel bespritzen, ein Vorgang, der wohl in den Bereich der Fruchtbarkeitsriten gehört. Lange Zeit galt Pfingsten wie Ostern auch als beliebter Tauftermin.
Der "Pfingstochse" in Marwede im Landkreis Celle in Niedersachsen ist keine Gestalt aus Fleisch und Blut. Er trägt zwar auch Hose und Jacke, Schuhe, Brille und Hut; diese Kleidungsstücke umhüllen jedoch einen Strohkörper, der jedes Jahr neu geschaffen wird. Die Marweder nennen ihren Pfingstochsen auch "Pfingstkarl". Sein Schicksal ist es, am Pfingstsamstagabend aufgeknüpft zu werden und über Pfingstsonntag zu hängen. Manch Unwissender ist bei seinem Anblick schon erschrocken. Am Pfingstmontag wird der Pfingstkarl schließlich verbrannt. Unter großer Anteilnahme wird er dann gelöscht mit Bier. Im Rahmen eines Heimatfestes findet jährlich in Korschenbroich bei Neuss ein besonders prachtvoller Pfingstumzug statt. Dabei wird eine alte Tradition gepflegt: das sogenannte Beiern, eine besondere Form des Glockenspiels, die Kraftarbeit und viel Gefühl verlangt. Die Glockenspieler schlagen mit Hilfe von Seilen zentnerschwere Klöppel gegen die ruhig hängenden Kirchenglocken. Die ertönende Melodie verkündet, daß das Pfingstfest gefeiert wird. In Thüringen gingen früher mit grünen Maien geschmückte Pfingstsänger von Haus zu Haus. Sie sangen Pfingstlieder und baten um Pfingstkuchen und Pfingsteier, ein Brauch, der heute in ähnlicher Weise vorwiegend an Ostern gepflegt wird. In Nordthüringen ist es mancherorts heute noch üblich, sogenannte Pfingstehen einzugehen. Dabei hält der "Pfingstbursche" bei den Eltern der "Pfingstbraut" darum an, das Mädchen an den beiden Feiertagen umherführen zu dürfen. Der Männerchor in Erfurt veranstaltet jedes Jahr am Pfingstsonntag ein traditionelles Pfingstsingen. Pfingstsymbole Menschen gebrauchen Symbole, um etwas nicht Faßbares faßbarer zu machen. So verhält es sich auch mit den Pfingstsymbolen. Wenn die Bibel vom Heiligen Geist bzw. dem Geist Gottes spricht, so gebraucht sie Bilder wie "Atem", "Hauch" und "Wind". Dies gilt nicht nur für das biblische Pfingstereignis, wo die Herabkunft des Geistes von einem Brausen begleitet wird. Im Schöpfungsbericht beispielsweise bläst Gott Adam den Lebensatem (hebräisch: ruach) ein. Ähnlich zu deuten ist es auch, wenn der auferstandene Christus seine Jünger anhaucht, um sie an seinem neuen Leben teilhaben zu lassen. Ein Symbol für das Wirken des Heiligen Geistes sind Feuer und Flammen, häufig dargestellt in Form von Feuerzungen. Dieses Bild ist sehr naheliegend. Feuer entzündet, bringt zum Glühen, setzt große Energie frei. Auch im Sprachgebrauch kennt man Redewendungen wie "Feuer und Flamme sein" und "der Funke ist übergesprungen", wenn ein Mensch sich für jemanden begeistert oder von etwas begeistert ist. Ähnlich wie das Feuer gibt auch das Wasser dem Leben Impuls. Letzteres gilt sogar als das lebenspendende Element schlechthin. Als Sinnbild für den Geist ist das Wasser aus dem Taufritus bekannt.
Die Taube als Sinnbild des Heilgen Geistes kam erst im 6. Jahrhundert auf. Sie ist heute noch die häufigste Darstellungsform des Heiligen Geistes. Vielleicht wurde sie neben den erwähnten Gründen auch als Pfingstsymbol erwählt, weil sie konkreter zu fassen ist als die Elemente Feuer, Wasser und Wind und damit dem menschlichen Bedürfnis nach anschaulicher Darstellung besser gerecht wird. Der Versuch nach möglichst konkreter Darstellung gipfelte im Mittelalter darin, daß der Heilige Geist sogar in menschlicher Gestalt abgebildet wurde. Dies wurde jedoch von seiten der Kirchenleitung untersagt. |
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